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„Spaßvogel Marvin und ich, das ist’s doch“

Rami Zein

Rami Zein

Rami Zein (28) ist Oberliga-Fußballer beim FV Dudenhofen. Im Interview mit Nico Henrich spricht er über die Fortsetzung der Saison, seine Bachelorarbeit über E-Sport sowie den Trainerwechsel im Sommer.

Wie läuft der Heilungsprozess Ihrer Fingerverletzung?

Wir schauen jetzt, was durch die Physiotherapie möglich ist. Der Finger wird aber steif bleiben. Ich kann ihn nicht mehr beugen und strecken. Klimmzüge kann ich beispielsweise auch keine mehr machen. Ansonsten beeinträchtigt mich es aber nicht.

Sie haben beim FVD für eine weitere Saison verlängert. Wieso bleiben Sie auch kommende Runde an der Iggelheimer Straße?

Dudenhofen ist der beste Verein in der ganzen Umgebung. Da können auch der TuS Mechtersheim und der FC Speyer nicht mithalten. Was wir aufgebaut haben, ist einfach top. Ich habe Freunde in der Mannschaft. Das Klima ist überragend. Außerdem wechselt mit Marvin Sprengling einer meiner besten Freunde zu uns. Ich hoffe, dass er viele Tore für uns schießen wird. Er ist ein Spaßvogel. Ich bin schon gespannt auf seine Streiche.

Welche Rolle spielt aktuell der Fußball für Sie?

Fußball steht aktuell nicht im Vordergrund. Die Gesundheit geht vor. Seit meiner Operation am Finger geht wenig. Zwei- bis dreimal die Woche mache ich meine Läufe. Ich stehe aber im Nirgendwo. Niemand weiß, wie es weitergeht. Alles ist ziemlich ungewiss.

Was ist Ihre Position zur Fortführung der Saison?

Ich bin auf jeden Fall für eine Fortsetzung der Runde. Christian Schultz ist in seinem letzten Jahr als Cheftrainer. Solch ein Abschied wäre schade für ihn. Außerdem stehen Vereine in der Tabelle unten, gegen die ich nächste Saison nicht mehr spielen will.

Würden Sie Trainingseinheiten in Kleingruppen befürworten, so wie es auch im Profibereich stattfand?

Ich kann es mir schlecht vorstellen. In der Bundesliga geht es ums Geld. Wir machen das eher als Hobby. Natürlich würde ich es gutfinden. Ich glaube aber nicht, dass es geht.

Sie spielen in der Verbands-Online-Liga als FV Dudenhofen II mit. Wie läuft’s?

Aus elf Spielen habe ich zunächst elf Siege holen können. Ich habe immer noch alles gewonnen und gegen den Tabellenzweiten unentschieden gespielt. Ich habe das gelesen und mich direkt beworben. Nach der Gruppenphase kommen die schweren Gegner in der K.o.-Phase. Ich möchte das Ding natürlich gewinnen. Ich streame auch auf der Plattform twitch unter dem Namen ramizein17. Dort unterstützen mich meine Kollegen immer während den Spielen.

Ihre Bachelorarbeit handelt genau von diesem Thema, E-Sport. Wie kamen Sie darauf?

Ich hatte ein Gespräch mit meinem Professor. Er wusste, dass ich Fußballer bin. Das Thema ist aktuell, und die Branche boomt. Da ich selbst FIFA-Spieler bin und Kontakte zu E-Sportlern habe, war das interessant. Mein übergeordnetes Thema war Möglichkeiten und Grenzen eines Sponsorings als Marketing-Instrument. Mir hat das extrem viel Spaß gemacht.

Glauben Sie, dass Corona einen positiven Einfluss auf den E-Sport nimmt?

Viele Turniere wurden abgesagt, in dieser Hinsicht also eher nicht. Trotzdem gab es ja die Online-Turniere mit den Profifußballern. Jeder spielt von zuhause, und es ist wieder am boomen, da es wieder mehr Online-Turniere geben wird.

Ist E-Sport überhaupt eine richtige Sportart?

Vor meiner Bachelorarbeit dachte ich, das ist kein Sport. Dadurch, dass die Spieler aber sehr gute kognitive Fähigkeiten besitzen müssen und die Belastung für den Körper sehr hoch ist, sage ich, es ist ein Sport. Das merke ich selbst, wenn ich spiele.

Wie gelang eine so erfolgreiche Oberliga-Runde wie diese für den FV Dudenhofen?

Wir haben in den letzten zwei Jahren fußballerisch extrem zugelegt. An sich sind wir eine sehr zweikampfstarke Mannschaft. Zudem haben wir Spieler, die den Unterschied ausmachen können.

Auf welcher Position sehen Sie sich?

Meine absolute Wunschposition ist auf der Sechs. Ich bin aber auch schon auf die Rechtsverteidiger-Position ausgewichen und habe gute Spiele gemacht. Wenn ich die Position offensiv interpretiere, macht mir das viel Spaß.

Welche Veränderungen erwarten Sie durch den Trainerwechsel zu Steffen Litzel?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich extrem viel verändert. Steffen macht schon große Teile des Trainings. Die Spielvorbereitung macht Christian.

Was zeichnet Schultz aus?

Seine Menschenführung und der Bezug zu den Spielern, er ist sehr offen und ehrlich und spricht Sachen direkt an. Das schätzen wir Spieler sehr.Was sind Ihre langfristigen Ziele mit dem FVD?Ich möchte mich in den Top Fünf der Oberliga mit dem FV Dudenhofen etablieren.

Quelle: Nico Henrich

Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 113
Datum Freitag, den 15. Mai 2020
Seite 19
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