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„Noch einen Schritt weiter kommen“

Paul Stock

Paul Stock

Paul Stock ist einer der Garanten, dass der FV Dudenhofen in der Oberliga eine hervorragende Runde gespielt hat. Im Gespräch erzählt er über Kontakte zu ehemaligen Mitspielern und die Gedanken für seine Zukunft.

In Rülzheim wurde Paul Stock nicht glücklich. In Dudenhofen schlug der Angreifer aus Siebeldingen ein – genau wie sein Bruder Moritz und Michael Bittner, deren Wege sich gleichen: Vom FSV Offenbach ging es über Rülzheim zum Oberligisten. Plant der 23-Jährige gerade einen Umstieg?

Beim SV Landau West begann die Karriere des 1,88 Meter großen Fußballers. Nach der D-Jugend zog es ihn zum FSV Offenbach. Dort kam er, noch als A-Jugendlicher, zu Einsätzen im Verbandsliga-Team. Gerne hätte der FSV ihn behalten, doch der SV Rülzheim gewann 2016 das Werben um Stock, dessen zwei Jahre älterer Bruder da schon unter Trainer Marco Weißgerber bei dem schon damals sehr ambitionierten Landesligisten auf Torejagd ging.

Die Akribie des Trainers beeindruckte Paul Stock: „Wenn ich eine halbe Stunde vor dem Training in Rülzheim war, stand der schon auf dem Platz und bereitete alles vor.“

Nach einem guten Start in die Runde 2017/18, in der Stock zunächst nach Belieben traf, reichte eine kurze Negativserie, um Weißgerbers Aus zu besiegeln. Mit der neuen Sportlichen Leitung kam Stock nicht zurecht: „Es gab Differenzen, denn man verlangte von mir, dass ich vorne im Strafraum stehen bleibe. Dort bekam ich aber keine Bälle, also holte ich mir die weiter hinten.“

Im Winter zogen beide Seiten einen Schlussstrich. Für Stock und Bittner ging es beim damals tief im Abstiegskampf steckenden Oberliga-Aufsteiger in Dudenhofen weiter. Moritz Stock folgte den beiden im Sommer.

In Dudenhofen setzte nach der Winterpause mit der Verstärkung aus Rülzheim direkt ein Aufwärtstrend ein. Doch trotz der sehr starken Rückserie und 40 Punkten musste die Elf von Trainer Christian Schultz als Sechstletzter wieder in die Verbandsliga absteigen. „Das war schon hart“, sagt Stock. Die drei Ex-Rülzheimer halfen gemeinsam mit, den Wiederaufstieg umgehend zu realisieren. Paul Stock steuerte zehn Tore bei, legte acht weitere auf.

„Wir fühlen uns in Dudenhofen wohl“, sagt Stock, der mit den in Landau wohnenden Christopher Koch, Pascal Thiede und den beiden anderen Ex-Rülzheimern eine Fahrgemeinschaft bildet: „Die Mannschaft ist gut, der Teamgeist super, jeder kämpft. Und mit der tollen Atmosphäre an der Iggelheimer Straße haben wir schon viele Spiele gedreht.“ Was macht den FVD sonst noch so heimstark? „Vielleicht unsere Kabinen, wenn die Gegner dann schon keinen Bock mehr haben. Aber wir sind auch extrem zweikampfstark“, sagt Stock mit Blick auf die für einen Oberligisten eher bescheidene Infrastruktur im Spargeldorf.

Im Pokalspiel in Ludwigshafen gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:2) kam der angeschlagene Paul Stock erst in der 84. Minute aufs Feld, dennoch genoss er dieses Spiel vor 6400 Zuschauern in vollen Zügen – ebenso wie die folgende Aufstiegsfeier.

Er sei erwachsener geworden, stellt Stock fest. Trainer Schultz habe einen tollen Draht zu den Spielern, er und Assistent Steffen Litzel hätten ihm beigebracht, mehr und bessere Zweikämpfe zu bestreiten. „Früher war ich oft nicht bei 100 Prozent“, sagt er.

Die Trainer lassen ihn nun etwas weiter hinten, auf der Zehn oder als hängende Spitze auflaufen, was besser zu seiner Spielweise passt. An der Oberliga schätzt er vor allem die Spiele gegen die namhaften Gegner in altehrwürdigen Arenen: Koblenz, Worms, Trier, aber auch Spiele gegen den 1. FC Kaiserslautern II seien immer Höhepunkte.

Seine Kontakte zu seinen alten Vereinen sind selten geworden. „Ab und zu schaue ich mir mal ein Spiel von Offenbach oder Rülzheim an, mehr ist da eigentlich nicht mehr“, sagt Stock. Gehalten hat sich aber eine Gruppe von Spielern aus der ehemaligen Offenbacher Jugend, mit denen er fast täglich im Austausch steht. Mitglieder sind Christoph Wörzler, der im Sommer von Zeiskam nach Dudenhofen kommen wird, Raphael Gehrlein, der in Herxheim kickt, Max Lieberknecht, den es zu Astoria Walldorf verschlagen hat, und Marcel Meinzer, der in den USA Fußball spielt.

Mit seinem in Landau angefangenen Lehramtsstudium ist Stock nicht glücklich. Fußballerisch fühlt er sich beim FVD ganz wohl, er kann sich indes vorstellen, noch höherklassiger zu spielen. „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, noch einen Schritt weiter zu kommen. Ansonsten aber sehe ich keinen Grund für einen Wechsel“, sagt Stock, der einen Spielervermittler ins Boot geholt hat – die Ludwigshafener Agentur, die auch FCK-Torjäger Christian Kühlwetter betreut.

Quelle: Mathias Meyer

Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 100
Datum Mittwoch, den 29. April 2020
Seite 17
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