Flutlicht-Atmosphäre an der Iggelheimer Straße. 1120 Zuschauer sehen ein emotionales Oberliga-Derby zwischen dem FV Dudenhofen und dem TuS Mechtersheim. Beide Mannschaften können aber nicht alles abrufen. Das hat an diesem Abend seine Gründe.

Es war kein schönes Fußballspiel, das die rund 1120 Zuschauer an der Iggelheimer Straße in Dudenhofen sahen. Das lag vor allem an zwei Faktoren. Der erste war eine phasenweise verunsicherte Mechtersheimer Mannschaft, die nach der Führung von Lukas Metz (4.) spielerische Ansätze aufblitzen ließ, aber spätestens nach dem Ausgleich von Daniel Eppel per Foulelfmeter (26.) wieder in alte Verhaltensmuster verfiel. Das änderte sich erst wieder ein wenig mit der Einwechslung von Stürmer Eric Veth in der zweiten Hälfte. Der zweite Grund war die Taktik der Gastgeber, auf Umschaltaktionen zu lauern, um Stürmer Julian Scharfenberger die Möglichkeit zu geben, seine Schnelligkeit auszuspielen. Das allerdings gelang am Montagabend nicht so gut wie in den vergangenen Heimspielen, weil die Gäste diese Dudenhofener Ansätze fast immer zu unterbinden wussten.

„Wir haben es versäumt, uns die Herbstmeisterschaft in Bezug auf die Heimbilanz frühzeitig zu sichern“, stellte Dudenhofens Trainer Christian Schultz später fest. Die Gelb-Schwarzen haben jetzt in neun Heimspielen nur zweimal ein Remis hinnehmen müssen, die restlichen Partien haben sie allesamt gewonnen.

Aus Mechtersheimer Sicht wohl eher ein Luxusproblem. Für den Drittletzten der Oberliga-Tabelle ging es in Dudenhofen an diesem Abend vor allem um Punkte. Und darum, nicht wie gegen den FC Karbach wieder eine Führung zu verspielen und sogar die Partie am Ende noch zu verlieren. Das gelang dank großzügiger Hilfe der Gastgeber, ging aber bei Nazmi Seymans Torhüter-Einsatz schief, der zum Foulelfmeter führte.

Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten, auch wenn zwischendurch beide Mannschaften ebenfalls viel Leerlauf boten. Ein Indiz für die Verunsicherung der Gäste war der teils schleppende Spielaufbau nach vorn. Immer dann, wenn der Ball schnell nach vorne gepasst wurde, Dudenhofens Deckung in Bewegung kam, dann boten sich auch die Räume. Allerdings fehlte auch ein ums andere Mal auf beiden Seiten das Selbstvertrauen für einen Pass in die Schnittstelle. Und manchmal einfach auf nassem Untergrund die richtige Passschärfe und das Timing. „Es war ein ordentliches Derby“, erklärte TuS-Übungsleiter Ralf Schmitt hernach.

Veths Einwechslung für den an diesem Tag wirkungslosen Maximilian Waack in Hälfte zwei ließ die Partie erst ein wenig in Richtung Mechtersheims kippen. Er beschäftigte die FVD-Innenverteidigung und öffnete neue Räume. Und so gab es auf beiden Seiten wieder Chancen, die in Hälfte eins eher Mangelware waren.

Dudenhofen musste kämpfen, um sich die Spielkontrolle wieder zurückzuholen und wieder Chancen zu kreieren. Innenverteidiger Kevin Schall sah kurz vor Ende noch Gelb-Rot.

So war Dudenhofen am Ende mit dem Punkt ebenso zufrieden wie der Gast. Genauso wie die 1120 Zuschauer, die zwar kein schönes Spiel gesehen hatten, aber zumindest viele Emotionen auf und neben dem Spielfeld.

Quelle: von Marek Schwöbel

Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 256
Datum Dienstag, den 5. November 2019