Das hatte vor dem Spiel niemand erwartet, am wenigsten FVD-Trainer Christian Schultz: 680 Zuschauer, sechs Heimtore, ein Platzverweis und zwei Aluminiumtreffer – das Derby zwischen dem FV Dudenhofen und Arminia Ludwigshafen hatte einiges zu bieten.

Gleich zwei Tore steuerte Dudenhofens Stürmer Julian Scharfenberger bei und schraubte nicht nur sein Torkonto auf 16 Treffer hoch, sondern baute auch gleichzeitig seinen Vorsprung auf die Verfolger im Kampf um die Torjägerkrone der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aus. Eine Vorlage – die zum 3:0 – stammte von Paul Stock. Aber die Euphorie um das starke Offensivduo der Dudenhofener versuchte Schultz noch in der Pressekonferenz auszubremsen. „Es dreht sich alles derzeit um Scharfenberger und Stock“, stellte der FVD-Trainer kritisch fest, „aber wir haben auch in Koblenz nur ein Tor kassiert und bei Schott Mainz keinen Gegentreffer. Niemand redet über unsere Abwehr.“

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die Arminia am Montagabend kein wirklicher Gradmesser war, weil sie aus dem Spiel heraus keine Torchance kreierte. Die größte war ein Freistoß von Piero Adragna, die Dudenhofens Torhüter Malcolm Little aus dem Eck fischte (50.).

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste bereits mit 0:2 nach einem unglücklichen Eigentor von Innenverteidiger Daniel Evrard (28.) und einem 18-Meter-Schuss Scharfenbergers (39.) hinten. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit mit zwei Eigentoren selbst in Rückstand gebracht“, kritisierte Arminia-Trainer Hakan Atik später. Auf der Habenseite der Gastgeber stand dagegen noch eine Doppelchance für Scharfenberger und Stock, deren Schüsse FC-Schlussmann Alexander Jäger entschärfte (36.).

Pechvogel der Partie war ohne Zweifel Daniel Gulde. Atik hatte den Stürmer zur Halbzeit eingewechselt, um mehr Druck nach vorne zu entfalten. Mit zwei völlig unnötigen Grätschen am Mittelkreis handelte sich dieser zwei Gelbe Karten ein und musste nach einer Viertelstunde bereits wieder vom Platz. Ludwigshafen lag 0:2 hinten und war ab da in Unterzahl. Es war der Knackpunkt der Partie.

Kurz zuvor hatte Scharfenberger freistehend nur den Pfosten getroffen (59.), etwas später machte er es beim 3:0 besser (68.). Als wiederum nur drei Minuten danach Eric Häußler das 4:0 markierte (71.), sanken die Köpfe der Arminen merklich nach unten. Den Schuss von Linkfuß Tolga Barins, den dieser mit mit seinem rechten Fuß abgefeuert hatte, konnte Jäger noch an die Latte (76.) lenken. Es folgte allerdings das 5:0 des eingewechselten Daniel Herbel, an dem der Ex-Dudenhofener Soleiman Rostamzada nicht schuldlos war. Er durfte kurz danach vom Platz und musste zusehen, wie der eingewechselte Christopher Koch das 6:0 erzielte (88.). Am Ende war die Arminia mehr mit sich selbst und den Diskussion mit Schiedsrichter Patrick Simon beschäftigt, der zum Glück der Gäste pünktlich die Begegnung beendete.

„Dudenhofen war heute sehr effektiv“, stellte Atik nach dem Abpfiff fest. Und da konnte ihm auch Christian Schultz nicht wirklich widersprechen.

Quelle: von Marek Schwöbel

Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 251
Datum Dienstag, den 29. Oktober 2019
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