Warum Dudenhofens Trainer den Verband gerade nicht so lieb hat. „Die Dinger, die du hast, musst du auch machen. Sonst kommt eben so ein Ball, der im Rasen hängenbleibt und komisch springt.“ Kevin Schuster (21), Ersatztorwart des FV Dudenhofen, analysierte von außen das Pokalaus des Oberligisten FV Dudenhofen beim tieferklassigen SV Alemannia Waldalgesheim.

2:1 hieß es nach umkämpften 90 Minuten, in denen beide Teams ihre Möglichkeiten hatten, in denen Waldalgesheim gegen einen ersatzgeschwächten FVD am Ende aber verdient gewann. Dudenhofens Trainer Christian Schultz wurde nach der Begegnung deutlich, unabhängig davon, dass er anerkannte, „dass wir gratulieren müssen, weil Waldalgesheim in den entscheidenden Momenten das Glück auf seiner Seite hatte“.Seine Kritik richtete sich vor allem an den Verband. Mit 14 Ausfällen durch Verletzungen oder Krankheiten musste sein Team am 2. Oktober in Waldalgesheim antreten, wohingegen in der gleichen Runde die Partie zwischen dem FK Pirmasens und dem 1. FC Kaiserslautern erst am 13. November gespielt wird. „Das ist irgendwo auch Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Kleinen und derjenigen, die auf dem Zahnfleisch gehen“, so Schultz nach der Partie. Andere Stimmen sprachen von einer „bodenlosen Schweinerei“.

Der Ball, den Schuster ansprach, wurde von SVA-Verteidiger Konstantin Gänz zum vorentscheidenden 2:0 ins Netz gedroschen (78.). Bereits das 1:0 war für die Gelben unglücklich. Francesco Teodonnos Heber (3.) konnte in der dritten Minute nur wenige Zentimeter hinter der Linie geklärt werden. Der eingewechselte Eric Häußler verkürzte per Kopf nach einer Ecke von Dominic Himmighöfer in der Nachspielzeit nur noch.

„Mir war wichtig, dass sich in einem ganz schweren Spiel niemand verletzt hat, auch wenn wir natürlich gerne eine Runde weitergekommen wären“, bilanzierte Trainer Schultz beim Blick auf die angespannte Personalsituation des Oberliga-Aufsteigers. Eine Favoritenrolle hatte er bereits im Vorfeld von sich gewiesen, beide Teams eher auf Augenhöhe gesehen – und damit recht behalten.
Beide Teams hatten sich über 93 Minuten hinweg einen tollen Pokalfight geliefert, sich gegenseitig nichts geschenkt und bei aller Fairness Schiedsrichter Joel Maurice Jung (Winnweiler) die Aufgabe nicht immer leicht gemacht. Die von Alemannia-Trainer Aydin Ay titulierten „Monsterchancen“ hatten beide, die Gastgeber aber größere und mehr. Für den FVD donnerte Timo Enzenhofer nach zu kurzer Kopfballabwehr knapp links am SVA-Tor vorbei (28.). Dann agierten Matteo Feuerstein und Daniel Herbel zu umständlich (34.). Ein Freistoß von Nino Schlosser (51.) klatschte an die Latte. Am Samstag (16.30 Uhr) geht’s für den FVD bei Hassia Bingen wieder um Punkte.

Quelle: von Jochen Werner

Ausgabe Die Rheinpfalz Speyerer Rundschau – Nr. 230
Datum Freitag, den 4. Oktober 2019
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